Beruflicher Erfolg und Studienabbruch sind kein Widerspruch


Abschlusstagung von PereSplus vom 01. und 02.12.2020

Um die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen, hat das Projektteam eine virtuelle Abschlusstagung veranstaltet. Gemeinsam mit den Verbundpartnern, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, sowie den Projektpartnern und Gästen wurde auf die Projektinhalte und -ziele zurückgeblickt. Das zweitägige Ereignis fand mit freundlicher Unterstützung durch die FSU über Zoom statt. 

Bereits seit 2015 widmet sich das Projekt (damals noch PereS) der Zusammenführung von Studienzweifelnden und -abbrechenden mit kleinen und mittleren Unternehmen zum Zwecke einer dualen Berufsausbildung. Seitdem ist viel passiert. Ein Netzwerk wurde aufgebaut, um Studienabbrechende in der Region anzusprechen und aufzufangen. Das konnte man an der Vielfalt der Teilnehmenden der Abschlusstagung erkennen: Anwesend waren Beratungsstellen, Vertretende von Unternehmen sowie ehemalige und mittlerweile im Berufsleben erfolgreiche Studienabbrechende. 

Zu den Projektergebnissen zählen neben dem gut funktionierenden Netzwerk erfolgreiche Vermittlungen von Studienabbrechenden in eine neue berufliche Perspektive. Weiterhin sind umfangreiche Materialien zur Unterstützung von Studienabbrechenden, Unternehmen und Beratungsstellen entstanden.  

Eine wichtige Erkenntnis der Veranstaltung war, dass Studienabbrüche nicht als Scheitern oder Versagen zu bewerten sind. Sie sind eine Chance in eine neue berufliche Zukunft. Wie die ehemalige Studienabbrecherin und inzwischen ausgebildete Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung Maria Bohl von der Parimeo GmbH versichert hat: 

“Es gibt viele Bereiche, in denen man gut und auch anspruchsvoll arbeiten kann, ohne dass man einen Bachelor oder Master gemacht hat.“

Die zweite wichtige Erkenntnis war, dass die Unternehmen aktiv werden müssen, wenn sie Studienabbrechende ausbilden wollen. Azubimarketing bei dieser Zielgruppe kann sehr gewinnbringend sein. Dies wussten einige Vertreter von Unternehmen zu berichten. Sie haben Studienabbrechende als Mitarbeitende durch Aktionen wie Berufsmessen oder das Azubi-Speed-Dating speziell für Studienabbrechende gewonnen.  

Der Verein Irrsinnig Menschlich e.V. führte durch den zweiten Veranstaltungstag mit seiner Expertise zur Prävention und zum Umgang mit psychischen Problemen. Seine Message lautet: Überforderung, Schwierigkeiten und Stress im Studium müssen rechtzeitig erkannt werden. Die Hochschulen stellen für ihre Studierende eine erste Anlaufstelle dar. Es gibt auch weitere Beratungsstellen in Jena, die bei Überlastung und Stress weiterhelfen können. Wichtig ist, dass sich betroffene Personen Hilfe suchen. Und sei es zunächst nur im Gespräch im Bekanntenkreis.  

Das Projektteam bedankt sich an dieser Stelle für die Teilnahme an der Abschlusstagung, den offenen und ehrlichen Austausch sowie die jahrelange Zusammenarbeit! Alles Gute für Ihre berufliche und persönliche Zukunft!